Nägelkauen, Schulden, Sorgen – Neue Folgen von „Hartz und herzlich“ werden dramatisch
Nach dem großen Primetime-Erfolg der Sozialreportage beleuchtet „Hartz und herzlich – Tag für Tag“ erneut das Leben in verschiedenen sozialen Brennpunkten in Mannheim und in Rostock. Die Doku-Reihe blickt auf den Alltag der Betroffenen und erzählt glaubwürdig und nahbar die Geschichten von Menschen, die am Rande des Existenzminimums leben.
Wie geht es bei „Hartz und herzlich“ weiter?
Taddel möchte ihren Außenbereich mit Hilfe von Nachbarin Ella umgestalten. Dafür hat sich die Baracklerin Rasenteppich besorgt, der nach der Begradigung des Bodens für mehr Farbe auf der Terrasse sorgen soll. Allerdings ist die Vorarbeit nicht so einfach wie gedacht und so wird kurzerhand auch die zufällig vorbeikommende Mel mit ins Boot geholt. Und der Erfolg gibt den drei Damen Recht, denn das Ergebnis kann sich nach der Anstrengung wirklich sehen lassen. Ganz abgeschlossen ist das Projekt Außenbereich damit aber noch nicht.
Ursprünglich um sich das Nägelkauen abzugewöhnen, hat sich Andy für eine aufwendige Maniküre mit künstlichen Fingernägeln entschieden. Daraus ist für ihn seitdem ein regelmäßiger Termin geworden, den er sich ca. alle vier Wochen gönnt. Dieses Mal ist er in einem Beauty-Studio in der Nähe seiner alten Heimat, den Benz-Baracken. Die Prozedur nimmt ganz schön Zeit und auch Geld in Anspruch, aber da Andy weder raucht noch andere Laster hat, leistet er sich gern diese Form der Verschönerung.
Ohne es richtig zu bemerken, hat Florian in den letzten Monaten ordentlich abgenommen. Insgesamt wiegt er rund 30 Kilo weniger als noch vor einem Jahr. Und das völlig unbeabsichtigt. Der Verdacht liegt nahe, dass eine Krankheit dahinterstecken könnte. Deshalb muss der Familienvater jetzt einige Untersuchungen hinter sich bringen. Die größte Angst hat er vor Diabetes, denn daran ist vor zweieinhalb Jahren Tochter Lisa mit gerade einmal 16 Jahren verstorben.
Seit Langem schon wollen Petra, Pascal und Selina in eine größere Bleibe ziehen. Bisher standen diesem Plan allerdings Schulden im Weg, die die Familie bei einer Wohnungsbaugesellschaft hat. Durch eine unerwartete Rückzahlung des Jobcenters konnten sie diese jetzt teilweise begleichen. Petra und Pascal sind zuversichtlich, dass sie bald neue Vier-Wände anmieten können und wollen heute ihre Chancen erfragen. Doch ohne Termin dürfen sie ihr Anliegen gar nicht vorbringen und müssen vorerst unverrichteter Dinge wieder in die alte Wohnung zurückkehren.
Seit Katrin erfahren hat, dass sie Trägerin von Papillomviren ist, muss sie eigentlich regelmäßig zum Arzt, um dort ihre Werte überprüfen zu lassen. Denn das Krebsrisiko ist je nach Ergebnis erhöht. Zwar hatte die achtfache Mutter den Termin für den Abstrich jetzt lange vor sich hergeschoben, aber endlich hat sie ihn doch wahrgenommen und ist erst einmal erleichtert. Allerdings ist nach dem Test auch immer vor dem Test, wenn man die Viren in sich trägt.
Leann und Jonas sehen einander regelmäßig und können gut miteinander quatschen. Nachdem Jonas von seinem Überraschungsbesuch bei Freundin Patricia erzählt hat, kann und will auch Leann ihre Neuigkeit nicht für sich behalten: Sie hat online jemanden kennengelernt. Zwar hat sie die Dame noch nicht live gesehen, ein paar Schmetterlinge im Bauch scheint sie trotzdem schon zu verursachen. Doch Leann ist vorsichtig, schließlich kennt man sie aus Hartz und herzlich und das macht die Sache doch etwas komplizierter.

Petra ist seit Kurzem stolzes Frauchen eines Zwergpinscher-Welpen namens Bella. Auf der Gassi-Runde treffen sie Beate, die selbst Hundebesitzerin und ganz hingerissen ist. Damit dem kleinen Hundemädchen nicht kalt wird, holt Beate eine Weste und so angezogen kann es losgehen, um die Welt zu erkunden. Petra lässt ihren Vierbeiner auf Dagmars altem Grundstück nach Herzenslust herumtollen, passt aber auch auf, dass es noch nicht zu viel wird für den wenige Wochen alten Welpen.
Vor ihrer baldigen Auswanderung in die USA, genauer nach Iowa zu ihrem Vater, hat Jannie noch ein paar Dinge auf ihrer To-do-Liste abzuhaken. Zahnarztbesuche gehören auch dazu, denn schließlich weiß die 49-Jährige noch nicht, wie und ab wann sie in ihrer Wahlheimat krankenversichert sein wird. Und auch Wohnungsauflösung und –übergabe sind noch nicht vollends geklärt. Auch da gibt es noch einiges zu tun, bevor Jannie mit Sohn Quentin Mannheim für immer den Rücken kehren kann.
Weil Antonia ihren Schulabschluss nicht bestanden hat, ist der Start in ihre berufliche Zukunft schwierig. Eigentlich wollte sie sich eigenständig um einen Ausbildungsplatz kümmern, doch weil das nicht geklappt hat, hat Mama Katrin ihr zwei Termine ausgemacht. Und die waren wirklich erfolgreich, sodass die 16-Jährige schon zeitnah mit einem Praktikum starten kann, über das sie nicht nur an eine Ausbildung kommen könnte, sondern das ihr auch finanziell nützt.
Im November 2021 ist Dagmar – die gute Seele der Mannheimer Benz-Baracken nach einem Hirnschlag verstorben. Das gesamte Viertel war geschockt und fassungslos. Die Menschen konnten und wollten einfach nicht glauben, dass Daggi, wie sie liebevoll genannt wurde, plötzlich nicht mehr da war.
Denn diese Powerfrau war weit über die Grenzen Mannheims hinaus beliebt. Dagmar wurde bewundert für ihre Herzlichkeit, ihren Willen, ihre Tierliebe, ihr handwerkliches Geschick, ihr Kämpferherz, ihre lustigen Sprüche, ihren grünen Daumen und vor allem für ihre Menschlichkeit. Dagmars altes weißes Häuschen inmitten des Viertels war viele Jahre der Treffpunkt für die Nachbarschaft.
Hier hat die gebürtige Thüringerin alle Menschen mit offenen Armen empfangen. Hier konnte man sich ausweinen, austauschen und allerhand Werkzeug ausleihen. Die Wahl-Mannheimerin war für alle da.
Nicht ohne Grund hat ihr enger Freund Elvis sie mal die „Mutter Teresa der Benz-Baracken“ getauft. Mit diesem Spezial wird ein ganz besonderer Mensch gewürdigt. Über zehn Stunden gesendetes Material – allein von Dagmar – wurden noch mal gesichtet und neu geschnitten. Wir nehmen die Zuschauer mit auf Dagmars Reise bei „Hartz und herzlich“ – von den Anfängen über ihre unzähligen Hilfsaktionen, die aufopferungsvolle Pflege von Nachbar Johann, ihre Reise in die Vergangenheit nach Weimar, die besten Sprüche, ihre verrücktesten Aktionen bis hin zu ihrem aller letzten Dreh.
Hinzu kommen Interviews mit Dagmars Bruder Horst und natürlich den beliebten Mannheimern wie Elvis, Jonas, Michael und Lothar, die sich an Dagmars großes Herz, die bewegendsten Momente und die gemeinsame Zeit erinnern und erklären, was Dagmar zu einer Heldin der Benz-Baracken machte.
Am 13. Mai 2025 war es so weit. Der Bagger rollte an und machten ein ganz besonders Haus dem Erdboden gleich. Das kleine weiße Häuschen inmitten des Viertels war viele Jahre DER Treffpunkt für die Menschen aus der Nachbarschaft. Denn hier lebte bis zu ihrem Tod im November 2021 Dagmar – die gute Seele der Benz-Baracken. Anschließend hat der selbstständige Hausmeister Michael, ein guter Freund Dagmars, ihr altes Zuhause gemietet – als Zweitwohnsitz, aber vor allem um es in Gedenken an die Verstorbene für die Menschen im Viertel als Begegnungsstätte zu erhalten.
Doch am 10. Oktober 2024 erreichte Michael ein folgenschwerer Anruf: die Abrissankündigung. Zwei Wochen sollten dem Hausmeister und seinem treuen Helfer Lothar ursprünglich bleiben, um Dagmars altes Häuschen zu räumen und das Mobiliar an die Menschen im Viertel zu verschenken. Doch die ganze Eile hätte gar nicht sein müssen. Der Abriss verzögerte sich Woche um Woche…
Die Menschen im Viertel wie beispielsweise Kult-Barackler Elvis hatten die Hoffnung, dass das Haus doch noch stehen bleiben und vielleicht sogar als Dagmar-Museum umgebaut werden kann. Doch schließlich musste der Realität ins Auge gesehen werden: Der Abriss war unumgänglich – und die Trauer in den Benz-Baracken riesig. Zahlreiche Barackler sind gekommen, um sich vom Haus zu verabschieden. Und auch Dagmars Bruder Horst ist für dieses besondere Ereignis extra aus Berlin angereist.









