Die neue Miniserie in der ZDF-Mediathek zeigt schonungslos, wie Prinz Andrew in den Strudel des Epstein-Skandals geriet und warum sein BBC-Interview zum Fiasko wurde. Alle Infos zur Handlung und unsere Kritik zur Serie.

Aktuell ist der Epstein-Skandal wieder in aller Munde: In den USA sorgen mehr als 20.000 neu veröffentlichte Mails des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein für Wirbel. Besonders brisant: Passagen, die angeblich US-Präsident Donald Trump belasten könnten. Auch wenn viele Behauptungen unbelegt bleiben, dreht sich die öffentliche Debatte erneut um das Netzwerk aus Macht, Einfluss und sexuellem Missbrauch, das Epstein aufgebaut hatte.
Und mitten in diesem Geflecht steht eine der prominentesten internationalen Verbindungen zu Epstein: Prinz Andrew. Dieser geriet 2019 massiv unter Druck, nachdem Fotos und Aussagen auftauchten, die ihn mit Epstein und dessen Umfeld in Verbindung brachten. Ein einziges Interview – das inzwischen legendäre BBC-Gespräch mit Emily Maitlis – sollte ihn entlasten, doch es stürzte ihn in eine royale Katastrophe.
Und genau dieses verhängnisvolle Interview bildet den Kern der neuen dreiteiligen Miniserie „A Very Royal Scandal“,die jetzt in der ZDF-Mediathek zu sehen ist. Die Serie ist ab heute vier Wochen lang im ZDF-Streaming-Portal verfügbar.
Darum geht es in „A Very Royal Scandal“
Andrew (gespielt von Michael Sheen) gerät 2019 unter massiven Druck, weil seine Verbindung zum US-Unternehmer Jeffrey Epstein immer klarer wird. Epstein wurde vorgeworfen, minderjährige Mädchen an reiche Männer vermittelt zu haben. Ein weltbekanntes Foto zeigt Andrew mit Virginia Giuffre, die schwere Anschuldigungen erhob.
Um sich reinzuwaschen, stimmt der Prinz einem einstündigen Interview mit der bekannten BBC-Journalistin Emily Maitlis (verkörpert von Ruth Wilson) zu. Im Buckingham Palace soll er souverän wirken, die Vorwürfe entkräften und das Vertrauen in die Royals wiederherstellen. Doch die Realität wird zum Fiasko: Andrew verstrickt sich in Widersprüche, wirkt arrogant und weltfremd. Statt Entlastung bleibt ein Gespräch, das ihn zum Gespött der Nation und zum Negativsymbol eines dekadenten Systems macht.
Kritik: Brillante Miniserie über einen royalen Absturz
„A Very Royal Scandal“ ist starkes, kompromissloses Fernsehen. Die Miniserie zeigt nicht nur, wie Prinz Andrew im BBC-Interview 2019 ins offene Messer lief, sondern auch, wie das System aus Beratern, Loyalitäten und royalen Zwängen diesen Absturz überhaupt möglich machte.
Als dritte Produktion einer hochkarätigen Skandalreihe nach „A Very British Scandal“ und „A Very English Scandal“ blickt sie weit hinter die Schlagzeilen und rekonstruiert, wie dieses berüchtigte Interview zustande kam und warum es so verheerend endete.
Michael Sheen liefert eine herausragende Performance, die Andrew nicht dämonisiert, sondern als Mann zeigt, der so tief in seiner privilegierten Welt lebt, dass er die Realität kaum noch erkennt. Ruth Wilson ist als Emily Maitlis eine Wucht, präzise und unerschütterlich, ohne je an Menschlichkeit einzubüßen.
Regie und Drehbuch treiben die Geschichte schnörkellos voran: britischer Trockenhumor, klare Figurenzeichnung und ein stetiger Sog Richtung Katastrophe. Besonders der letzte Teil beeindruckt, weil er die Folgen des Skandals zeigt – für Andrews Familie, für Maitlis und für jene, die im Epstein-System zu Opfern wurden.
„A Very Royal Scandal“ liefert damit nicht nur hochkarätiges Drama, sondern auch ein erschütterndes Protokoll eines Royals, der sein Ansehen endgültig verspielt.








