Neuer Weg: Die Spargelsaison ist zurück – Landwirt Friedrich gibt Einblicke in Ernte, Preise und seine Pläne für einen neuen Hofladen.
Hochbetrieb auf dem Hof der Familie Dieckmann: Die grüne Spargelsaison ist gestartet. Bauer Friedrich erklärt, warum Qualität ihren Preis hat und was er mit dem Hofladen vorhat.
Niederbauer – Hochbetrieb auf dem Hof der Familie Dieckmann: Seit März bereitete Spargelbauer Friedrich mit seinem Team die Ernte vor, damit er und die 15 Saisonarbeiter aus Rumänien nun Vollgas geben können.
In diesem Jahr schauen die Spargelspitzen früher als üblich aus der Erde. „Das lag am Wetter, an den milden Temperaturen“, erklärt der 30-Jährige. Auch die Folientunnel trugen ihren Teil dazu bei: Sie sorgten für einen warmen Boden und einen früheren Saisonstart.

Weißer Spargel ist häufig sogar noch eher in den Supermärkten zu finden – viele Betriebe heizen ihre Flächen. „Das machen wir nicht. Ich finde, das Schöne am Spargel ist, dass er saisonal ist“, stellt der Spargelbauer klar. „Im März ist gefühlt oft noch Winter, im April gehört das edle Gemüse dann bei Frühlingswetter auf den Teller.“
Rund zehn Hektar Spargelfläche bewirtschaften die Dieckmanns. Ein großer Teil davon ist noch junger Spargel. „Dieses kleine, zarte Pflänzchen muss sich erst entwickeln“, sagt der Jungbauer. Zwei Jahre wachsen sie zunächst, danach folgen zwei weitere Jahre, in denen sie kräftig Wurzeln schlagen. Erst mit etwa vier Jahren werden sie geerntet. Die Pflanzen wurzeln bis zu zweieinhalb Meter tief und können rund zehn Jahre lang Ertrag liefern.
Preis steigt um ein bis zwei Euro an
„Der Spargelpreis zieht ein bisschen an“, erklärt Friedrich Dieckmann. Im vergangenen Jahr lag der Preis für ein Kilo grünen Spargel bei 15 Euro, „dieses Jahr wird er sich zwischen 16 und 17 Euro einpendeln.“ Preisschwankungen möchte der Landwirt vermeiden, auch wenn die Erträge im Verlauf der Saison steigen.
„Wenn man den Spargel aus Griechenland oder Peru haben will, kriegt man den günstiger“, weiß auch der 30-Jährige. „Wer saisonal und regional haben will, muss auch dafür zahlen.“ Gründe dafür liegen vor allem in gestiegenen Kosten: Energie, Inflation, Lebensmittel und Personalkosten machten sich bemerkbar. „Ich glaube, dass die Leute das Produkt wertschätzen und bereit sind, dafür ihr Geld auszugeben“ – ihm sei aber auch bewusst, dass man es sich in diesen teuren Zeiten „zwei oder dreimal überlegt“.

Den Vorteil des heimischen Spargels gegenüber dem aus dem Ausland sieht er vor allem in der Frische. „Du weißt, wo der Spargel herkommt und kannst quasi auf dem Acker beim Wachsen zugucken.“ Bei importierter Ware sei oft unklar, welche Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Große Unterschiede in der Qualität
Einen weiteren Unterschied gebe es bei der Qualität: „Bei uns hat der Spargel keine weißen Enden, die man abmachen muss. Unsere Stange ist von oben bis unten grün.“ Die hölzernen Enden beim grünen Spargel sind die, die unter der Erde wachsen. „Wir ernten über den weißen Enden“, erklärt Dieckmann. „Wenn ich einen teuren Preis verlange, soll es auch wirklich ein Kilo und von oben bis unten genießbar sein.“ Von seinem Produkt ist er überzeugt: „Ich hab noch nie Spargel gesehen, der so gut ist, wie unserer.“

Neben der laufenden Spargelsaison haben Friedrich Dieckmann und seine Partnerin Laura Wagner in diesem Jahr noch mehr vor. „Wir möchten unseren Hofladen schöner machen. Das Ambiente soll einladender werden“, kündigt der 30-Jährige an.
Der Hof soll ein Ort zum Verweilen werden. Geplant sind Sitzmöglichkeiten, Kaltgetränke und Begegnungen mit den Pferden auf dem Hof. „Die Menschen sollen eine Auszeit bekommen und einen Moment ausatmen.“ Gerade nach der Ausstrahlung der RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“ erwarten die beiden viele neue Gesichter auf dem Hof. „Besucher können vielleicht sogar Laura und mich treffen.“ Ab dem Wochenende nach Ostern soll es losgehen mit dem Verkauf.
Spargelbratwurst als neue Delikatesse
Auch kulinarisch soll der Hofladen erweitert werden. An ausgewählten Samstagen im Sommer sind Grillaktionen geplant. Neben Fleisch aus dem eigenen Revier wird es eine besondere Spezialität geben: Spargelbratwurst. Die Rezeptidee stammt von Laura Wagners Vater.
Der Metzger aus Hessen bekommt den Spargel frisch von der 26-Jährigen geliefert, wenn sie aus Niederbauer zurück in die Heimat fährt. Das Gemüse wird klein gehackt und untergemischt, „das schmeckt richtig geil. Der Spargel macht die Bratwurst so richtig frisch“, schwärmt Friedrich Dieckmann.
Der Spargelbauer selbst mag seinen grünen Spargel am liebsten „ganz einfach“: „Kurz anbraten oder auf den Grill werfen, Pfeffer, Salz dazu.“ Sein Geheimtipp: Am Ende noch etwas Parmesan darüberreiben. „Und ganz wichtig: Keine Hollandaise-Soße dazu“, betont er.












