„Wie stark muss ein Mensch sein“: Notarzt von „Einfach Elli“ packt über die neue Serie aus
Das ZDF strahlt „Einfach Elli“ aus. Was steckt hinter der neuen Serie? Hauptdarsteller Lucas Reiber verrät spannende Details.
Dortmund – In der neuen ZDF-Serie „Einfach Elli“ geht es um eine Notfallsanitäterin mit ADHS, die in ihren Heimatort im Karwendelgebirge zurückkehrt und dort Leben rettet. Lucas Reiber spielt den Notarzt „Doktor Jasper Graf“. Im Interview mit RUHR24 erzählt der Schauspieler, welche Geschichten ihn selbst berühren und was Fans rund um Rettung und Romantik erwartet.

„Einfach Elli“ im ZDF: Lucas Reiber verrät spannende Details über die neue Serie
„Einfach Elli“ ist brandneu. Wie würdest du die Serie allen beschreiben, die sie noch nicht kennen? Was ist das Besondere daran?
Das Besondere ist, dass wir echte Charaktere haben mit authentischen Dialogen und realistischen Problemen, die in der Serie behandelt werden. Das finde ich lebensnah und überzeugend. Ellis herausfordernde Einsätze und die familiären Probleme schaffen eine Spannung, bei der man sich zum Schluss aber trotzdem zurücklehnen kann. So haben wir eine Serie geschaffen, bei der man sich einfach gut fühlen kann.
Neben der realistischen Seite und dem Feel-Good-Faktor: Was begeistert dich an „Einfach Elli“?
Mich begeistern viele Sachen: zum Beispiel die schauspielerische Leistung von Klara Deutschmann, die die Titelrolle beeindruckend wuppt. Ich bin ein großer Fan von ihr und den Mutter-Tochter-Dialogen, die ich besonders finde. Ich bin ganz gespannt auf die nächsten Folgen, was sich da noch entwickeln wird.
Und dann natürlich meine Rolle, das war mit ein Grund, warum ich dieses Projekt gerne gemacht habe. Einen Notarzt zu spielen ist eine schöne Herausforderung. Das hat mir schon bei der Vorbereitung großen Spaß gemacht. Wir hatten am Set dann auch einen echten Notfallsanitäter dabei, der uns beraten hat – ein super entspannter und kompetenter Typ. Das heißt, wir hatten eine tolle Zeit beim Lernen. Und Jasper ist ja sehr schlagfertig, selbstbewusst, manchmal sogar ein wenig arrogant – das hat natürlich Spaß gemacht zu spielen.

Neue ZDF-Serie „Einfach Elli“: Notarzt packt über seine Rolle aus
Würdest du sagen, dass Jasper ein bisschen das Gegenteil von dir ist? Oder gibt es auch Parallelen zwischen dir und deiner Figur?
Er ist gut im Umgang mit seinen Kolleg:innen und ganz stolz, dass er in einer Umfrage zehn von zehn Punkten hat. Mir ist ebenfalls wichtig, dass man wertschätzend miteinander umgeht – in seinem Freundeskreis und auf der Arbeit. Darin sind wir uns vielleicht ähnlich. Ansonsten ist mir die Rolle doch relativ fern. Gerade deshalb hat es so großen Spaß gemacht, weil Jasper doch anders drauf ist als ich privat. Genau diese Herausforderung – auf die freue ich mich dann immer am Set. Der erste Drehtag ist natürlich aufregend: Jetzt beginnt die Rolle zu leben, die ersten Takes – funktioniert alles? Wie fühlt es sich an mit den anderen Spielpartner:innen? Und es hat funktioniert. Alle waren zufrieden und happy.
Deine Rolle ist Arzt: Das bringt noch mal eine spezielle Seite hervor. Musstest du als Vorbereitung medizinische Fachbegriffe lernen oder sogar ein Praktikum im Krankenhaus machen?
Ein Praktikum im Krankenhaus habe ich tatsächlich nicht gemacht. Aber nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, konnte ich beim Textlernen natürlich erstmal im Internet suchen, was diese Fachbegriffe überhaupt bedeuten, und dann diesen Text auswendig lernen, mit Begriffen, die mir am Anfang überhaupt nichts gesagt haben. Das war auf jeden Fall eine kleine Herausforderung: so zu klingen wie jemand, der diese Fachbegriffe jeden Tag selbstverständlich nutzt. In dem Moment habe ich wieder gemerkt, was ich an meiner Arbeit so sehr liebe – in andere Berufe und Charaktere abzutauchen. Das konnte ich mit Doktor Jasper Graf wieder mal ausleben.
Du spielst auch in der ZDF-Krimiserie „Ein starkes Team“ mit. Welche Unterschiede fallen dir da im Vergleich zu „Einfach Elli“ auf? Ob Dreharbeiten, Charaktere, Inhalt, Wirkung.
„Ein starkes Team“ ist eine Reihe, die seit dreißig Jahren besteht. Das heißt, es ist ein super eingespieltes Team, in das ich neu reingekommen bin. „Einfach Elli“ ist eine Serie, die erst jetzt entstanden ist. Hier war alles ganz neu und natürlich aufregend.
Die beiden Rollen sind für mich auch sehr unterschiedlich. Der Kommissar beim „Starken Team“ ist ein aufgeweckter, lockerer, und eher unbeschwerter Charakter. Der Notarzt Jasper bei „Einfach Elli“ hat etwas sehr Selbstbewusstes an sich und wirkt zum Teil darüber hinaus auch ein wenig eingebildet, hat aber am Ende auch ein großes Herz.
Und kannst du sagen, was dir mehr Spaß macht – Krimi oder Krankenhaus?
Das ist eine Frage, die ich nicht so einfach beantworten kann. Es geht mir ja nicht nur um meine Rolle, sondern auch um die Arbeit mit zwei tollen Teams und guten Drehbüchern. Außerdem spielt auch die Umgebung eine Rolle. Berlin kenne ich wie meine Hosentasche und die Alpen bei „Einfach Elli“ sind natürlich kein Vergleich dazu. Das Wetter hat sehr oft mitgespielt – traumhafter Sonnenschein, Bergpanorama. Das wirkt schon auf mich. Ich bin nämlich ein richtiger Naturliebhaber und habe es sehr genossen, dort in den Bergen an frischer Luft zu drehen. Und „Ein starkes Team“ spielt ja in Berlin – das komplette Gegenteil! Dazu passt eher ein dunkles, düsteres, graues Milieu, denn es geht schließlich um Mord und Totschlag. Bei „Einfach Elli“ werden zwar auch dramatische Schicksale verhandelt – dennoch ist es leichter und lädt mehr zum Entspannen ein. Je nachdem, wie meine Verfassung gerade ist: Wenn ich Sonnenschein brauche, dreh ich lieber „Elli“. Und wenn ich gerade viel Sonnenschein in mir drin habe, kann ich auch den düsteren Krimi in Berlin gut drehen.
Szenen aus „Einfach Elli“ bringen den Notarzt der Serie zum Nachdenken
Spannender Vergleich. Du hast gerade die Dreharbeiten in Bayern angesprochen – gab es da einen besonders lustigen oder herausfordernden Moment, der dir nicht mehr aus dem Kopf geht?
Ja, ein besonders lustiger Moment war ein Drehtag, bei dem so ziemlich alle Rollen zusammengekommen sind – ein Familien- und Freundestreffen im Film. Wir kannten uns noch nicht alle. Die spielerische Herausforderung war: Du hast in der Realität einen neuen Menschen neben dir und sollst im Film gleichzeitig erzählen, dass ihr schon seit zehn Jahren zusammenarbeitet, verwandt oder befreundet seid. Am Ende entstand eine wirklich schöne Stimmung für die Serie. Es gibt manchmal solche Momente, bei denen kurz vor dem Take gezielt eine gute Atmosphäre erzeugt wird – wir erzählen uns gerade einen Witz, lachen, und dann kommt das „Bitte“ – und man nimmt diese gute Stimmung mit in den Charakter und spielt die Szene.
Am letzten Drehtag gab es auch einige Outtakes. Wir hatten eine Besprechungsszene im Arztzimmer und konnten nicht mehr vor Lachen. Daran denke ich gerne zurück.
Wie schön, dass ihr echte Gefühle mit in die Serie transportiert. Fällt dir auch eine Szene ein, die dich privat zum Nachdenken gebracht hat – vielleicht ein bestimmtes Schicksal, das gezeigt wurde?
Mich hat besonders die Beziehung zwischen Elli und ihrem Ersatzvater Leo berührt. Da gibt es die Szene, in der Elli auf einen Notruf hin zum Unfallort kommt und sieht, dass Leo schwer verletzt ist. Obwohl sie unter Schock steht, kann sie nach einem kurzen Moment ganz professionell handeln und ihre Gefühle erst dann zeigen, als Leo erfolgreich wiederbelebt wurde. Wie stark muss ein Mensch sein, um dieser Situation gewachsen zu sein!
„Irgendwas liegt da in der Luft“: ZDF-Star über mögliche Liebesgeschichte bei „Einfach Elli“
Was wünschst du dir, was das Publikum aus der Serie mitnimmt – emotional gesehen, bei schweren Themen oder in Bezug auf Arbeit in der Medizin?
Mir ist noch einmal klar geworden, auch in der Zusammenarbeit mit dem Notfallsanitäter, was für ein harter Job das ist, im medizinischen Bereich zu arbeiten, mit Menschen, die krank sind oder einen Unfall hatten. Das sind einfach echte, harte und so wichtige Jobs. Ich hoffe, dass das durch die Serie mittransportiert wird.
Und wie entwickelt sich die Beziehung zwischen Elli und Jasper? Können die Zuschauer auf Romantik hoffen?
Wir müssen mal schauen. Irgendwas liegt da ja in der Luft. Die beiden sind wirklich sehr unterschiedlich – und vielleicht ist es das, was sie interessant aneinander finden und warum sie sich gegenseitig so viel Beachtung schenken. Da darf man gespannt sein, wie es weitergeht.
Weitere Infos zur neuen ZDF-Serie „Einfach Elli“
Am Donnerstag, den 19. März, läuft der zweite Teil von „Einfach Elli“ um 20.15 Uhr im ZDF. Wer den Termin verpasst, kann beide Folgen der neuen Serie in der ZDF-Mediathek streamen.
Statt „Bergdoktor“: Serien-Star Lucas Reiber über den Sendeplatz von „Einfach Elli“
„Einfach Elli“ übernimmt im März den Bergdoktor-Sendeplatz. Fühlt sich das für dich groß an, in diese Fußstapfen zu treten – oder ist es eher ein Ansporn? Kommt manchmal auch ein bisschen Druck hinzu?
Ach, ich mache mir da keinen Druck. Ich freue mich einfach, dass Leute, die den „Bergdoktor“ genossen haben und vielleicht treue Fans sind, jetzt eine andere tolle Serie dazubekommen – genau auf diesem Sendeplatz – und sich darauf freuen können.
Ich habe gelesen, dass du sehr sportlich bist – ob Judo, Klettern, Tauchen. Und bei „Ein starkes Team” steht das Fahrradfahren sehr im Fokus. Wirst du auch bei „Einfach Elli“ deine sportliche Seite als Jasper zeigen?
Ich denke, ja. Das passt gut zu Jasper – der ist zwar so einer, der gerne in seinen Notarztwagen steigt und voll aufs Gas drückt, aber genauso auch ein Gipfelstürmer ist.
Was wünschst du dir denn für die Zukunft von „Einfach Elli“?
Ich wünsche mir, dass wir noch mit vielen weiteren Folgen vielen Menschen eine gute Unterhaltungsserie bieten können.








