Nach dem heftigen Vertrauensbruch in „Sievers und der letzte Tango“ steht die Beziehung von Ina Behrendsen und Hinnerk Feldmann mehr denn je auf der Kippe. Seit Jahren hoffen Fans auf ein Happy End für das wohl zäheste Beinahe-Paar im deutschen Fernsehen.
In der Weltliteratur wimmelt es nur so von unerfüllter Liebe: Ob Cyrano de Bergerac, Victor Hugos Quasimodo oder natürlich Goethes Werther.
Und letzten Endes auch Goethe selbst mit seiner Charlotte von Stein – allesamt Herzen, die niemals ankommen. Nie ankommen dürfen oder nie ankommen wollen.
Diese doch kulturell eher namhafte Reihe mit einem eher simpel-provinziellen Liebesrührstück fortzuschreiben, mag etwas überzogen wirken, aber: Menschen finden offenbar seit jeher Gefallen an Erzählungen von jenen Paaren, die füreinander bestimmt zu sein scheinen, die aber doch nie zueinanderkommen.
Denn die einsam Liebenden trägt ja die Hoffnung und eben diese überträgt sich dann als Gefühl auf den Betrachter. Hoffnung – nach einem Montagabend vorm Fernseher kann wahrlich Schlimmeres bleiben.
“Nord Nord Mord” gehört aktuell mit zu den erfolgreichsten Filmreihen des deutschen Fernsehens: Millionen schalten regelmäßig ein, wenn Kommissar Sievers (Peter Heinrich Brix) sowie die beiden Ermittler Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) auf Sylt auf Mörderjagd gehen.
So auch gestern, als der Privatdetektiv Edgar Lemberg bei einer Tanzveranstaltung in der Musikmuschel von Westerland im Publikum tot auf seinem Stuhl saß. Wer der Mörder war, war aber letztendlich nur bedingt von Belang.
Fünf neue Chancen
Viel spannender für Fans der Reihe: Zu Beginn tanzten Ina Behrendsen und Hinnerk Feldmann gemeinsam Tango, und sie taten dies auf eine bemerkenswerte intensive Weise. Wange an Wange, da saß jeder Schritt. Seit dem ersten Kussversuch am 11. September 2013 doktert dieses mittlerweile nicht mehr ganz junge Paar an seiner “Beziehung” herum.
Er flirtet, sie weist ihn ab. Sie spielt mit ihm, er macht mit. Er spielt mit ihr, sie macht mit. Sie flirtet, er weist sie ab. Meistens aber läuft er ihr hinterdrein wie ein schwärmender Schuljunge, und sie lässt ihn matriarchalisch kühl abtropfen. So geht das nun schon zwei ganze Krimileben lang. Ohne Fortschritt, aber auch ohne Rückschritt. Bis jetzt …
26 Folgen schlossen sich seit 2013 an, gestern lief die 27. – und noch immer ist sich dieses älteste Beinahe-Paar des deutschen Fernsehens unschlüssig. Dabei roch es beim Tango nicht nur einmal nach Testosteron.
Doch dann sorgte ein Vertrauensbruch für die bisher größte Krise in der unerfüllten Zweisamkeit von Behrendsen und Feldmann. Letzterer hatte sich und seine kleinen Sünden bei einer Therapie offenbart. Diese Sitzung war abgehört und aufgezeichnet worden.
Folglich konnte und wollte Behrendsen bei den Ermittlungen nicht widerstehen. Sie lauschte heimlich dem intimen Innersten ihres ehemaligen Mitbewohners.
Dass der ihr absichtlich Steine in den Weg gelegt hatte, um ihren Auszug aus der WG hinauszuzögern, stellte die Beziehung bis zum Ende des Films auf eine heftige Probe. Ebenso wie der ganz offensichtliche Vertrauensbruch ihrerseits.
Es ist also wieder mal nichts geworden mit der Amour Sylt. Und nachdem auch der nächste Krimi wieder aus der Feder von Stammautor Berno Kürten stammt, dürfte sich auch dann nichts daran ändern. Ganze fünf neue Folgen sind bereits abgedreht.
“Sievers und der Gesang der Wale” ist die nächste betitelt, ein Sendetermin steht noch nicht fest. Gut möglich, dass das ZDF ihn zeitnah in seiner Mediathek platziert. Bei “Sievers und der letzte Tango” geschah das bereits Monate vor der Ausstrahlung im linearen Fernsehen.
Kurze Inhaltsangaben von den neuen Krimiepisoden sind schon bekannt. Aber: von erfüllter Liebe keine Spur.








