Die 68-jährige Rentnerin Ilse aus Hamburg-Harburg sucht verzweifelt nach einer neuen Wohnung – zugleich geht ihr das Geld aus.
Dort begleitet das Kamerateam Menschen, deren Alltag von finanziellen Sorgen, persönlichen Herausforderungen und großen Hoffnungen geprägt ist.

Wie schon in den bisherigen Ausgaben aus Mannheim, Rostock oder Kassel steht auch diesmal das echte Leben im Mittelpunkt.
Die Zuschauer lernen neue Bewohner kennen, die offen von ihren Problemen, Träumen und Rückschlägen erzählen. Einer von ihnen ist Rentnerin Ilse aus dem Stadtteil Veddel. Nachdem ihr die Wohnung gekündigt wurde, droht ihr die Obdachlosigkeit – zudem hat sie seit zwei Monaten ihre Rente nicht ausgezahlt bekommen!
Rentnerin steuert auf Obdachlosigkeit zu
llse wurde vor wenigen Wochen die Wohnung gekündigt. Daher möchte sie sich nun auf den Weg zum Wohnungsamt machen, um den Antrag für einen Dringlichkeitsschein zu stellen. Das Ziel: Sie erhofft sich damit bessere Chancen auf dem Wohnungsmarkt.
„Ein Dringlichkeitsschein ist schon wichtig für einige Wohnungen, denn auf dem freien Markt gibt es Senioren-Wohnungen nur mit Dringlichkeitsschein.
Das stand im Internet, aber ich habe bis jetzt noch immer keine Antwort erhalten. Wenn man nicht genug Geld zur Verfügung hat, ist das halt doof“, erklärt die an COPD erkrankte Rentnerin. Die Lungenkrankheit erschwert ihr Besuche wie diese.
Nach dem Termin hat Ilse neue Informationen: „Dringlichkeitsschein habe ich zwar nicht gekriegt, aber wenn ich ein Wohnungsangebot habe, kriege ich sie. Ich habe aber eine Dringlichkeitsbescheinigung, weil die ist kostenfrei – alles andere kostet.
Also erstmal muss ich mir ein Wohnungsangebot einholen.“ Kurz gesagt: Für die kostenlose Bescheinigung muss Ilse zuerst ein Wohnungsangebot vorlegen können – ein Wohnberechtigungsschein hingegen kostet 20 Euro. Diesen Betrag hat die 68-Jährige in diesem Monat aber nicht mehr zur Verfügung.
Ilse hat nahezu kein Geld mehr
Doch wo wohnt Rentnerin Ilse denn derzeit? Seit einigen Wochen wohnt sie nun bei ihrer Tochter Jana, doch auch diese Option ist zeitlich begrenzt. Die Vermieterin duldet Ilse lediglich für einen Zeitraum von sechs Wochen. Ihre nächste Anlaufstelle nach dem Wohnungsamt ist daher nun das Hamburg-Huus – eine Tagesaufenthalts- und Übernachtungsstätte des DRK Hamburg-Harburg für obdachlose Menschen.
Der Hamburger Wohnungsmarkt macht es ihr nahezu unmöglich eine neue dauerhafte Bleibe zu finden. Inzwischen ist sie sogar bereit, in solch einer Notunterkunft unterzukommen – eine Alternative gibt es schließlich nicht. Doch auch dort hat sie vorerst keinen Erfolg – es gibt keine freien Plätze.
„Es werden nur wenige Sozialwohnungen gebaut, wo man sich die Miete auch leisten könnte, weil die Miete ist mittlerweile so drastisch gestiegen“, sagt die 68-Jährige. Ilse verfügt über 493 Euro Rente und kann dies mit 350 Euro Grundsicherung aufstocken – in Summe muss sie also mit ungefähr 850 Euro über die Runden kommen.
Von diesem Betrag eine Wohnung zu finanzieren, gestaltet sich denkbar schwierig: „Ich habe etliche Vermieter angeschrieben, aber bis heute keine Antwort darauf bekommen – nichts, nada, niente. Es macht mich teilweise wütend, dass das so schwer ist in Hamburg eine Wohnung zu finden.“
Doch die nahende Obdachlosigkeit ist nicht ihr einziges Problem – sie hat kein Geld mehr! „Ich habe jetzt zwei Monate keine Rente gekriegt und jetzt weiß ich mittlerweile, woran das lag: Ich habe mich nicht umgemeldet.
Ich hätte mich normalerweise bei der Rentenversicherung auch ummelden müssen – und wenn es nur eine Post-Adresse ist. Ungefähr 1040 Euro – hätte mein Kind mir nicht geholfen, hätte ich richtig alt ausgesehen.“
Doch das Geld bleibt Rentnerin Ilse nicht verwehrt und daher wartet sie nun sehnsüchtig auf die ausstehende Nachzahlung. „Wäre ganz praktisch“, betont die 68-Jährige – denn der Kühlschrank ist nahezu leer, doch ohne das Geld können sie und ihre Tochter nicht einkaufen gehen.








