Nord bei Nordwest

Bestatter Töteberg verrät den verrücktesten Wunsch der „Nord bei Nordwest“-Fans

Als Herr Schneider ist Stephan Tölle der schräge Sidekick in den „Nord Nord Mord“-Krimis um Kommissar Sievers. Im Interview spricht er über seine Rolle im Sylt-Krimi – und über die als Bestatter Töteberg im Konkurrenzkrimi „Nord bei Nordwest“.

Stephan Tölle bringt das Kunststück fertig, in gleich zwei der beliebtesten TV-Krimis von der Küste mitzuspielen. In der ARD-Reihe „Nord bei Nordwest“ ist er der Bestatter Herrn Töteberg.

Und für das ZDF ermittelt er als Polizist Schneider in den Sylt-Krimis „Nord Nord Mord“. Der neue Fall „Sievers und die stillen Austern“ läuft am Montag, 15. Dezember, um 20.15 Uhr im ZDF. Im Interview erzählt Tölle, wie er sich zwischen all seinen Nordkrimis zurechtfindet.

Volksschauspieler durch und durch: Stephan A Tölle spielt in „Nord Nord Mord“ und „Nord bei Nordwest“.

„Nord Nord Mord“: Stephan Tölle über den Polizisten Schneider

Herr Tölle, Sie machen bei „Nord Nord Mord“ mit und auch bei „Nord bei Nordwest“. In dem einen Krimi heißt die Hauptfigur Hinnerk, im anderen ist das der Name des Hauptdarstellers Hinnerk Schönemann. Wissen Sie immer, an welchem Set Sie gerade sind?

Und bei „Morden im Norden“ habe ich auch schon mitgemacht. Es kommt vor, dass ich innerhalb von drei Wochen erst „Nord Nord Mord“ drehe, „Nord bei Nordwest“ und dann noch mal „Nord Nord Mord“. Trotzdem weiß ich immer, wo ich bin, und habe auch noch nie einen Kollegen falsch angesprochen.

Wenn ich den Bestatter-Anzug trage, spiele ich Herrn Töteberg. Mit Uniform und Brille bin ich Herr Schneider. Man merkt den Unterschied aber auch bei der Anfahrt: Wenn ich im Zug nach Westerland sitze, stelle ich mich auf die Polizistenrolle ein. Im Auto auf der Fehmarnsundbrücke denke ich an „Nord bei Nordwest“. Diese Wechsel kenne ich vom Theater. Da habe ich mittags den Raben Abraxas gespielt und abends den Puck aus dem „Sommernachtstraum“. Mit dem Kostümwechsel bin ich sofort in der Rolle.

Was trägt sich denn besser: der schwarze Dreiteiler des Bestatters oder die Uniform?

Sie wirken beide auf ihre eigene Weise. Beim Polizisten Schneider ist es vor allem die Brille. An meiner Nase kann man nichts ändern. Meine Haare sind auch immer gleich dünn – was für die Rollen viel wert ist. Wir wollten deshalb was im Gesicht machen und kamen auf diese Hornbrille. Über die haben wir die Figur entwickelt: Dass Schneider alles richtigmachen will, sein Wunsch, dem Vorgesetzten zu gefallen – das kam alles mit der Brille.

Und was ist mit dem Anzug des Bestatters?

Beim Anzug von Herrn Töteberg ist die Hose absichtlich etwas zu kurz – weil ich im Duo mit Frau Bleckmann halt der lange Typ bin. Und das Jackett ist etwas zu eng. Das ist ein bisschen von Charlie Chaplin geklaut. Oder von John Cleese und seinem Ministry of Silly Walks.

Auf welche Rolle reagieren die Zuschauer stärker?

Öfter werde ich als Herr Töteberg erkannt. Manche Leute halten mich dann aber auch für ihren Schornsteinfeger. Ältere Leute wünschen sich manchmal von mir, dass ich sie später bestatte: „Ach, der Herr Töteberg, hallo! Sie können mich dann gerne abholen, wenn es zu Ende geht.“

Machen Sie solche Versprechungen? Überprüfen können die Fans es postum ja nicht mehr.

Ich habe noch nie einen Toten gesehen und wünsche mir, dass es auch so bleibt. Sonst helfe ich natürlich gern. Meistens sage ich einfach, sie sollen weiter fleißig GEZ zahlen – dann machen wir weiter.

„Nord bei Nordwest“: Stephan Tölle über Tiere und Totengräber

„Nord bei Nordwest“ ist eine kombinierte Krimi- und Tierarzt-Reihe. Nutzen Sie die Gelegenheit, mit dem TV-Hund Holly zu schmusen oder all die Affen und Echsen der Serie kennenzulernen?

Überhaupt nicht. Ich bin nicht mit Tieren aufgewachsen und habe kein sehr enges Verhältnis zu ihnen. Sie machen es uns bei „Nord bei Nordwest“ aber auch nicht leicht. In einer Folge war eine Vogelspinne dabei. Da habe ich eine offizielle Phobie. Und dann gab es die berühmte Drehpanne, in der ein gefährlicher Dackel Oliver Wnuk in die Lippe gebissen hat. In der Szene saß der Hund auf meinem Schoß. Immerhin: Olli und mich hat es noch mehr verbunden.

Dann ist „Nord Nord Mord“ vermutlich das bessere Engagement für Sie.

Weil Peter Heinrich Brix als Kommissar Sievers bislang nur einen Goldfisch hatte, stimmt. Aber wir haben jetzt einen Hund dabei: Joker. Herr Schneider wird auch mit ihm zu tun bekommen. Ich bin gespannt.

„Nord Nord Mord“ spielt an der Nordsee, „Nord bei Nordwest“ an der Ostsee. Bemerken Sie beim Drehen Mentalitätsunterschiede? Macht eins mehr Spaß als das Andere?

Ich weiß nicht. Auf Fehmarn mag ich auf jeden Fall das Graue der Ostsee. Und privat würde ich nicht unbedingt auf die Idee kommen, nach Sylt zu fahren. Früher sind wir nach Juist oder Norderney gefahren, auch nach Langeoog. Aber auf Sylt – das ist schon ein anderer Schlag, dieser Reichtum, der einen da anschreit. Wir sind aber hier wie dort total willkommen. Ich mag beide Inseln. Und es ist super, da zu arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Einer Ihrer Küstenkrimis stammt vom ZDF, der andere von der ARD. Wer zahlt besser?

Es ist gar nicht so leicht auszurechnen. Sagen wir so: Ich komme klar.

Die „Nord bei Nordwest“-Bestatter Herr Töteberg und Frau Bleckmann würden als Duo auch allein funktionieren. Wann kriegen die zwei eine eigene Serie?

Hinnerk Schönemann zieht uns mit dieser Frage auch immer auf. Und der ist nicht nur der Hauptdarsteller, der hat auch schon drei Folgen inszeniert. Regine Hentschel, die Blecky-Darstellerin, und ich sind da sehr offen. Aber das entscheiden andere.

Könnten Sie das nicht einfach auf eigene Faust machen – als Bühnenprogramm in der Drehpause?

Unser Traum wäre, dass wir zusammen die Totengräber im „Hamlet“ spielen. Die hat Shakespeare sogar als komische Rollen angelegt. Regine ist jetzt fest am Stadttheater in Kiel. Wir hätten also sogar schon ein Haus. Die Rechte an den Figuren und an den Kostümen hat allerdings die Produktionsfirma.

Aber die macht – wie jede einzelne „Nord bei Nordwest“-Folge beweist – doch jeden Spaß mit.

 

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