Der Bergdoktor

Hans Sigl- Traurige Nachrichten für die Fans: Der Bergdoktor meldet sich ab

Hans Sigl: Der Bergdoktor meldet sich ab

Keine Sorge: Der Schauspieler bleibt den Zuschauern als Dr. Martin Gruber in der ZDF-Kultreihe „Der Bergdoktor“ erhalten. Aber er verordnet sich selbst regelmäßig Online-Pausen – erst Anfang März meldet er sich zurück.

Das vergangene Jahr sei für Hans Sigl, 56, ein großartiges gewesen – mit vielen tollen Begegnungen, „sowohl beruflich als auch privat“, erzählt der Schauspieler, als wir ihn Mitte Dezember in Berlin zum Interview treffen. 2025 habe ihn wieder ein Stück weit ausgeglichener gemacht. „Gelassenheit und gute Planung sind die halbe Miete, besonders wenn viel zu tun ist.“ Und der Österreicher hat ordentlich zu tun: Acht neue Folgen der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ hat er 2025 abgedreht, dazu kamen seine vorweihnachtliche Tour, Live-Moderationen wie die „Romy“-Preisverleihung, die „Starnächte…“ mit Barbara Schöneberger sowie sein Talkformat aus dem eigenen Studio. Kein Wunder, dass auch im letzten Jahr wieder nichts aus dem geplanten Italienischkurs wurde.

Hans Sigl: Der Bergdoktor meldet sich ab

Herr Sigl, wenn Sie auf 2025 zurückblicken, was nehmen Sie mit aus dem letzten Jahr?

Was ich immer mitnehme, sind persönliche Erfahrungen. Ich denke, ich bin wieder ein Stück gelassener geworden und habe gelernt, bei mir zu bleiben. Gelassenheit und gute Planung sind wichtig, besonders wenn viel zu tun ist. Das hat sich mit meiner aktuellen Tour gezeigt, denn gute Planung ist die halbe Miete. Dieses Jahr hatte ich viele tolle Begegnungen, sowohl beruflich als auch privat – insgesamt war es ein großartiges Jahr.

 

Haben Sie irgendwas neu gelernt in 2025?

Ich habe meinen Italienischkurs wieder nicht angefangen, den schiebe ich seit Jahren von mir her. Neugelernt habe ich nichts, ich habe bestehende Fähigkeiten verfeinert…

 

Haben Sie sich für 2026 etwas vorgenommen?

Ich habe vor, einen Italienischkurs anzufangen (lacht). Mal sehen, ob es in 2026 klappt… Ansonsten bin ich kein Typ für Vorsätze, setzte mir lieber Ziele. Das erlaubt es mir, Fortschritte zu machen, selbst wenn ich das endgültige Ziel nicht ganz erreiche. Vorsätze sind oft ultimativ und werden deshalb häufig gebrochen, weil man sich zu viel vornimmt. Daher habe ich mir nichts Konkretes vorgenommen.

 

Ich gehe mal davon aus, dass Ihnen am Set viel abgenommen wird, Sie werden abgeholt… 

Nein, ich fahre jeden Tag selbst. Denn ich kenne die Drehorte und die Wege, und meist fahre ich nach dem Dreh noch auf den Golfplatz oder woanders hin.

 

Und wann merken Sie, dass Sie wieder zu Hause sind? Beim Müll raustragen?

Nein, das mache ich sonst auch, gepampert werde ich nicht so extrem. Sicherlich kocht mir mein Team mal einen Cappuccino mit oder stellt mir morgens zwei Liter Ingwerwasser bin. Es gibt emotionale Zuwendung, vor allem von unseren Damen von der Garderobe, die muss ich immer löblich erwähnen. Ohne Frau Koop, Chefgarderobiere am Set, wäre ich nichts – das möchte sie gern mal lesen. J  Insgesamt ist es aber immer ein Geben und Nehmen. Sie bekommen dafür im Gegenzug sehr viel gute Laune.

Wenn Sie von jungen Kollegen konkret angesprochen und um einen Karriere-Ratschlag, gebeten werden, was raten Sie?

 

Ich teile gerne meine Einschätzung, wenn mich jemand fragt. Ich mache das schon 
eine Weile und habe eine gewisse Expertise in Bezug auf Ideen und Entwicklungsmöglichkeiten von Kollegen. Was ich bei vielen jungen Kollegen nicht verstehe, ist, dass sie die Möglichkeiten von Instagram nicht nutzen, um sich besser zu präsentieren. Das ist eine gute Plattform für Reichweite und Sichtbarkeit. Früher brauchte man eine Homepage, dann Facebook, und jetzt ist Instagram wichtig. Ich fühle mich manchmal wie ein Boomer, der den jüngeren Generationen erklärt, dass sie ihre Reichweite über Instagram ausbauen sollten. Ich gebe gerne Rat und ermutige sie dazu.

Welche Ziele haben Sie denn? 

Eines meiner Ziele ist, mein Golfspiel zu verbessern. Ich bin ein begeisterter, nerdiger Golfer und nehme diesen Sport sehr ernst – es ist mein absolutes Hobby. Ich habe mich sukzessive verbessert, und mein Handicap, das beim Golfspiel eine wichtige Kennzahl darstellt, möchte ich dieses Jahr unter zehn bringen. Das ist ein messbares Ziel.

Vermissen Sie das Miteinander?

Tun wir das nicht alle irgendwie? Besonders an Weihnachten spürt man, dass das Sentiment die Menschen zusammenbringt, obwohl sie vielleicht noch nicht bereit füreinander sind. Interessanterweise werden zu Weihnachten scheinbar mehr Psychopharmaka verschrieben als im Rest des Jahres, und das liegt wohl daran, dass viele Menschen offensichtlich Angst haben, dem emotionalen Druck nicht standzuhalten. Ich finde, das Miteinander wird oft auf die Digitalisierung verlagert. Man hat das falsche Gefühl miteinander verbunden zu sein, besonders wenn man auf Instagram sieht, was andere posten. Es entsteht der Eindruck, man kennt sich, obwohl das natürlich nicht stimmt. 

 

Echte Nähe herzustellen, fällt uns zunehmend schwerer, selbst wenn wir neue Kollegen kennenlernen und uns über ihre sozialen Medien informieren. In meinen Lesungen geht es darum, sich wieder mehr auf das Wording zu konzentrieren und darauf zu achten, wie man miteinander spricht. Achtsamkeit allein reicht nicht mehr, es braucht liebevolle Achtsamkeit. Es ist legitim, mit bestimmten Menschen nicht sprechen zu wollen, aber wenn man in den Austausch geht, sollte man sorgfältig mit seinen Worten umgehen. Sprache ist sehr wichtig und geht in der digitalen Kommunikation oft verloren. Ich bin Schirmherr der Stiftung „Insel“ im Taunus, die in Grundschulen sprachschwache Kinder unterstützt, um ihre Kommunikation und den Zugang zur Sprache zu fördern. 

Sind Sie ein guter Nachbar?

Ich bin ein guter, eher stiller, hilfsbereiter Nachbar, mähe auch mal die Rasenfläche des Nachbarn oder schiebe den Schnee weg. Daher würde ich fast sagen: Ich bin der perfekte Nachbar!

Wie oft schauen Sie denn pro Stunde aufs Telefon?

 

Das hängt davon ab, ob ich am Set bin oder nicht. Wenn ich privat bin, muss ich das Handy manchmal sogar suchen… Aber wenn es zur Hand ist, neige ich schon dazu, zu oft drauf zu schauen, deswegen ist bald wieder „Digital Detox“ angesagt. Ab Weihnachten bis Anfang März verabschiede ich mich dann, lasse nichts von mir bei den sozialen Netzwerken hören. Das ist das vierte Jahr, dass ich das durchziehe und der Effekt ist erstaunlich: Man merkt nach 2 bis 3 Wochen wie viel Zeit plötzlich da ist, wie schön es ist, sich nur auf eine Sache zu fokussieren. In der ersten Viertelstunde meines Tages geht’s dann nur darum Kaffee zu kochen. Das Stichwort: Achtsamkeit! 

 

Verordnet Herr Doktor uns allen mal „Digital Detox“?

Auf alle Fälle würde ich das verordnen. Ich denke, es wäre gut, wenn man es schafft, mindestens ein oder zwei Tage pro Woche digital abzuschalten, besonders im Hinblick auf Jugendliche und Kinder. Weltweit wird bereits umgesetzt, dass Jugendliche unter 16 Jahren nicht auf Social Media dürfen, nur in Deutschland wird darüber diskutiert. Ich verstehe das nicht ganz, denn in Ländern wie Australien und Dänemark wird das Handyverbot an Schulen als positiv angesehen. In Deutschland sollte man das vielleicht etwas klarer sehen. 

 

Wenn das Handy am Set des „Bergdoktor“ aus Versehen klingelt – ist dann eine „Lage“ fällig? 

Korrekt. Aber manchmal foppt mich Mark Keller, indem auf meinem Handy, das irgendwo rumliegt, einen Wecker stellt und dann klingelt es ganz unvermittelt, mitten in einer Szene. Das wird dann auch mit einer Einladung geahndet.

 

In der vergangenen Staffel gab es eine Hochzeit. Ist ihnen privat persönlich dieses Stück Papier wichtig? Oder laufen sie mit der Antwort Gefahr, zu viel Futter für die Yellows zu liefern? 

 

Da muss ich lachen, und wenn ich nicht mehr lachen kann, schicke ich meinen Anwalt. Zur Frage: Ich bin ein totaler Befürworter der Ehe und habe kürzlich sogar einen Freund überreden können, nach 20 Jahren doch endlich den Antrag zu machen. Das macht mich glücklich. Als ich Susanne kennengelernt habe, wusste ich sofort, dass wir heiraten würden. Wir sind seit 17 Jahren verheiratet, und ich genieße das enorm, denn es macht die Exklusivität der Beziehung sichtbar. Ich finde das großartig und verstehe oft nicht, warum Paare, die seit 10 oder 15 Jahren zusammen sind und Kinder haben, nicht heiraten. Aber gut, es muss nicht jeder, ich persönlich finde es wichtig.

Sie moderieren viel, etwa die „Romy“ kürzlich oder die „Starnacht“ mit Barbara Schöneberger… Wollen Sie das mehr ausbauen?

 

Wenn jemand einen Grüß-Gott-August braucht, bin ich gern bereit. Mir macht es Spaß, insbesondere die Starnacht mit Barbara, denn die Leute haben da einfach eine gute Zeit – und es geht nicht so ernst zu wie bei einer Preisverleihung. Obwohl Veranstaltungen wie Bambi, oder der Filmpreis auch schön sind. 

Könnten Sie sich vorstellen, Mit-Gastgeber einer Talkshow zu sein?

Es gab mal eine Anfrage und ich könnte mir das sehr gut vorstellen. Deswegen mache ich bei mir im Studio ein Talkformat, ich spreche gern mit den Leuten, kann zuhören. Aber mein Traum ist eine eigene Late Night (Show, die Red.) zu machen.

Schauen Sie die erste Folge vom „Bergdoktor“ live am 8. Januar?

Ja, aber nicht im Sitzen. Ich muss stehen, ich kann es nicht ändern. Nicht vor Nervosität, denn ändern kann man ja nichts mehr, aber ich sehe den Film dann auch zum ersten Mal, sehe, was daraus geworden ist.  

Die Antwort auf die Lieblingsfrage aller Journalisten haben Sie vorweggenommen. Sie stehen bereit für die 19 und auch 20. Staffel im „Bergdoktor“…

Und sogar noch für die 21. Staffel, wir haben jetzt einen Vertrag, der bis 2026/2027 läuft.

 

Related Articles

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Back to top button
error: Content is protected !!