Nord bei Nordwest“ und der „Usedom-Krimi“ haben eins gemeinsam: Joana Vogdt als neue Regisseurin! Im MOIN.DE-Interview spricht sie über spannende Details.
Für Vogdt war es die erste Regiearbeit bei beiden Formaten, und der Druck war spürbar: Verantwortung für ein ganzes Team, das schon dutzende Filme gedreht hat, trifft auf eigene Ansprüche an Qualität und Atmosphäre. Herausfordernd! Im Interview mit MOIN.DE spricht Vogdt über die Besonderheiten von „Nord bei Nordwest“ und dem „Usedom-Krimi“.

„Nord bei Nordwest“ vs. „Usedom-Krimi“
„Für mich war eine sehr gründliche Vorbereitung entscheidend. Dazu gehört auch der intensive Austausch mit Team-Mitgliedern, die diese Arbeit schon lange machen“, erklärt Joana Vogdt gegenüber MOIN.DE. Der „Usedom-Krimi“ unterscheidet sich dabei deutlich von „Nord bei Nordwest“.
„Der ‚Usedom-Krimi‘ lässt sehr viel Raum für Figuren und ermöglicht eine große psychologische Tiefe. Man kann sich intensiver mit inneren Konflikten beschäftigen und persönliche Geschichten erzählen – und das mit einer gewissen Ernsthaftigkeit“, so Vogdt.
Bei „Nord bei Nordwest“ hingegen liegt ein leichterer Ton, ein Augenzwinkern in der Brutalität, während der „Usedom-Krimi“ auf emotionale Tiefe und Ernsthaftigkeit setzt. Dennoch verbindet beide Formate eine hohe filmische Qualität und einprägsame Figuren.
„Nord bei Nordwest“ hilfreich für „Usedom-Krimi“
Interessant ist, dass Joana Vogdt beim „Usedom-Krimi“-Dreh von „Nord bei Nordwest“ lernen konnte. „Vor allem den Umgang mit einem Format. Es ist ein Unterschied, ob man ein Einzelstück oder eine Reihe dreht.
Bestimmte Abläufe sind gesetzt, darauf muss man achten. Die eigene Handschrift darf erkennbar sein, muss sich aber in das Format einfügen“, erklärt sie im Gespräch mit MOIN.DE.
Besonders die Natur spielt bei beiden Krimi-Formaten eine besondere Rolle: „Ich habe dort viel über den Umgang mit Natur im Film mitgenommen – darüber, wie wichtig es ist, dass der Ort selbst zum Protagonisten wird. Und dass man sich die Zeit nimmt, Bilder zu finden, die Atmosphäre transportieren“.
Trotz der Unterschiede ist das Arbeiten an beiden Reihen für Vogdt eine Art Balanceakt zwischen Humor, Drama und Authentizität. „‚Nord bei Nordwest‘ funktioniert für mich stärker mit einem Augenzwinkern. Es hat eine gewisse Leichtigkeit – selbst in seiner Brutalität liegt oft etwas Komisches.
Der ‚Usedom-Krimi‘ dagegen zielt stärker auf emotionale Tiefe und bringt dadurch mehr Ernsthaftigkeit mit sich“, so die Regisseurin.
Sie betont, dass die Gefühle der Figuren immer glaubwürdig sein müssen, unabhängig davon, ob wie die Geschichte erzählt wird.
Unterschiedliche Herausforderungen
Die Herausforderungen bei den Drehs waren unterschiedlich. Während bei „Nord bei Nordwest“ die Action-Szenen als besonders schwierig galten, lag die Schwierigkeit beim „Usedom-Krimi“ in der feinen, zurückhaltenden Inszenierung.
Jede Reihe habe ihre eigenen Tücken und jede Szene erfordert laut Vogdt eine präzise Balance zwischen Inszenierung, Dramaturgie und der Wirkung auf den Zuschauer.
Trotz aller Anstrengung liebt die Regisseurin das Genre und kann sich weitere Zusammenarbeiten vorstellen: „Für mich steht und fällt alles mit dem Buch. Psychologische Krimis interessieren mich sehr, ebenso Genre-Mischungen. Beides kann ich mir gut vorstellen“.
Die Kombination aus persönlicher Handschrift, psychologischer Tiefe und der Zusammenarbeit mit erfahrenen Teams macht für sie den besonderen Reiz aus.
Wenn der „Usedom-Krimi“ im Herbst Premiere feiert und „Nord bei Nordwest“ am 29. Januar im Ersten läuft, wird mit Sicherheit deutlich, dass Joana Vogdt beiden Formaten ihren Stempel aufgedrückt hat. Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen gespannt sein!




